Navigation

Darstellung anpassen

Service-Menü

Funktionen

Suche



Inhalt

Leuchtturm

Leuchtturm Hamburg
Viele kleine „Leuchtfeuer“

Hamburg. Das ist Hafen, Wasser. Da wird es wohl auch Leuchttürme geben? Aber klar! Zwei BIK@work-Leuchtturmpartner haben wir bereits dokumentiert. Das Statistikamt Nord und den NDR Hamburg. Mit dem „Telefonischen HamburgService“ kommt noch ein ganz besonderer Leuchtturm aus der Hansestadt dazu. Aber wie sieht es innerhalb der Hamburger Verwaltung aus?

BIK-Berater waren bereits im Rahmen der Projekte BIK I und II in Hamburg aktiv. So gründete BIK-Berater Detlef Girke bereits 2004 in Hamburg modellhaft das „Hamburger Netzwerk für barrierefreie Informationstechnik – HNBI“. Regionale Netzwerke zu bilden, war eine zentrale BIK-Projektaufgabe. Die HNBI-Mitglieder kommen u. a. aus Hamburger Behörden, der Senatskanzlei, Webagenturen und der Behindertenselbsthilfe sowie von „hamburg.de“ und Dataport. Dataport ist ein Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnik der öffentlichen Verwaltung, u. a. in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen. Ein reger Informations- und Erfahrungsaustausch prägte die Zusammenkünfte des Netzwerks. HNBI-Mitglieder gaben zum Beispiel Anregungen für die barrierefreie Gestaltung des Stadtportals www.hamburg.de. Die Macher des Stadtportals sind bemüht, den Hinweisen aus BIK-Testberichten zu folgen, was aufgrund unterschiedlicher Interessen an einem solchen Portal nicht gerade einfach ist.

Vorbildlich und erfolgreich zugleich waren die jährlich stattfindenden gemeinsamen Workshops des HNBI mit der Hamburger Handelskammer. Einen weiteren Impuls zur Vernetzung lieferte eine gemeinsame Podiumsveranstaltung, die u. a. zusammen mit der Hamburger Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe und der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen (LAG) sowie dem Hamburger Integrationsamt im März 2010 stattfand. Unter der Fragestellung „Alltägliche Barrieren am Arbeitsplatz?“ wurden ergänzende Angebote für behinderte Beschäftigte in Hamburg vorgestellt und diskutiert.

Viele Kontakte und Anregungen für die Projektarbeit ergaben und ergeben sich aus der Netzwerkarbeit. So sind in Hamburg viele kleine „Leuchtfeuer“ entstanden, und seit 2008 konnten bis zu 40 verschiedene Projektmaßnahmen dokumentiert werden. Stellvertretend für diese „Leuchtfeuer“ seien hier einige genannt:

  • Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt:
    Begutachtung nicht-webbasierter Anwendungen,
  • Bezirksamt Eimsbüttel:
    Begutachtung von IT-Anwendungen an einem konkreten Arbeitsplatz,
  • Dataport:
    Beratung und Begutachtung im Zusammenhang mit dem des Behördenfinder „HamburgService Informationssystem – HaSI“ und mit der Intranetanwendung Windows SharePoint,
  • Finanzbehörde:
    Entwicklungsbegleitender BITV-Test des Intranets und Begutachtung von Windows SharePoint,
  • „Leuchtturm“ Statistikamt Nord:
    hier sind rund 10 Einzelmaßnahmen durchgeführt worden.

An konkreten Arbeitsplätzen wurde eng mit den beratenden Ingenieurinnen und Ingenieuren des Integrationsamtes Hamburg zusammengearbeitet. Das Thema „Barrierefreie Informationstechnik am Arbeitsplatz“ wurde auch in die Schulung von Schwerbehindertenvertretungen aufgenommen.

Ein „Leuchtfeuer“ hat Friedhelm Kruse, Leiter des Behördenfinders der Freien und Hansestadt Hamburg, gesetzt. Er engagiert sich für die Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten. Nachahmenswertes Ergebnis seiner Bemühungen sind die „Hinweise für die Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente“. Sie sind für die Online-Redaktion der Senatskanzlei verbindlich. Bei der Erstellung der Hinweise hat BIK-Berater Detlef Girke maßgeblich mitgewirkt. 

Fazit der Arbeit des BIK@work-Teams: Die vielen Hamburger „Leuchtfeuer“ belegen das herausragende Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hamburger Verwaltung, schrittweise die Barrierefreiheit im Intranet und Internet zu verbessern. Der Einstieg ist gelungen, was noch fehlt, ist ein gemeinsames koordiniertes Vorgehen in der Gesamtverwaltung. Hierzu bedarf es wohl noch eines Anstoßes von „oben“. Es ist zu hoffen, dass der vom Hamburger Senat geplante Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hierzu einen eigenen Beitrag leisten wird.

Die Verleihung eines „Leuchtturms“ für Hamburg soll das bisherige Engagement würdigen und zugleich Motivation für weitere Anstrengungen auf dem Weg zur barrierefreien Informationstechnik sein.