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Leuchtturm

Leuchtturm Ludwig-Maximilians-Universität München
Barrierefreiheit ist ein langwieriger Prozess

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ist mit 47.000 Studierenden, 700 Professorinnen und Professoren, etwa 3.600 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 18 Fakultäten die zweitgrößte Universität Deutschlands (nach der Fernuniversität Hagen). Seit fünf Jahren arbeitet sie an der Barrierefreiheit im Web. Zunächst wurde das Internet neu gestaltet. Dabei hat die BIK-Partnerin PSG (Programmier-Service GmbH) in München Unterstützung geleistet. Die PSG arbeitet auch mit der Uni-Stabsstelle Medizinisch-Administrative Informationstechnologie (MIT) zusammen. Seit zwei Jahren ist die Verwaltung dabei, auch das Intranet barrierefrei zu gestalten. Hier kam und kommt BIK@work zum Zuge, ein Ergebnis der Kooperation mit der PSG.

Portraitfoto: Eckhard Sedlmayer

Eckhard Sedlmayer

Berater Detlef Girke hat mit Workshops und Schulungen die Online-Redakteurinnen und Redakteure auf die Aufgabe vorbereitet. Noch gibt es viel zu tun. Über die Entwicklung zur Barrierefreiheit und die Aufgaben, die gerade in der Gestaltung des Intranets noch zu erledigen sind, sprach BIK@work mit Eckhard Sedlmayer M.A. aus der Abteilung Internetdienste in der Verwaltung der Universität.

BIK@work:
Seit wann ist der Internetauftritt barrierefrei? Gibt es noch mehr zu tun?

Eckhard Sedlmayer:
Die Website der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) wurde 2006 im Rahmen eines Corporate-Design-Projekts komplett neu gestaltet. Die Barrierefreiheit war eine der Kernanforderungen an den neuen Webauftritt, und es ist uns damals bereits gelungen, eine gut zugängliche Webpräsenz aufzubauen.

Natürlich ist Barrierefreiheit gerade im Web keine rein technische Anforderung, die sich einmalig umsetzen und abhaken lässt. Die Inhalte der Webauftritte werden laufend aktualisiert und ergänzt, neue Funktionen und Technologien halten Einzug. Deswegen ist Barrierefreiheit ein langfristiger Prozess, der in einer Organisation gelebt und verinnerlicht werden muss.

Es gibt also immer mehr zu tun – speziell an der LMU ging im Rahmen eines „Soft Relaunchs“ Mitte 2011 der zentrale Webauftritt in einer überarbeiteten Version online, die auch in Sachen Barrierefreiheit noch einige Verbesserungen mit sich bringt.

BIK@work:
Woher kam der Anstoß für Barrierefreiheit?

Eckhard Sedlmayer:
Als öffentliche Einrichtung sind wir im Rahmen des Behindertengleichstellungsgesetzes natürlich verpflichtet, unser Internet­angebot barrierefrei und uneingeschränkt zugänglich zu gestalten. Aber die gesetzlichen Vorgaben sind mit Sicherheit nicht der alleinige Anstoß, bei der Gestaltung unserer Webauftritte besonders auf die Zugänglichkeit und Barrierefreiheit zu achten. Auch abseits von Vorschriften und gesetzlichen Regelungen ist es uns wichtig, behinderte Studierende und Mitarbeiter möglichst gut zu unterstützen – nicht zuletzt durch barrierefreie Informationen im Web.

BIK@work:
Wie groß war die Bereitschaft bei Entscheidern in der Verwaltung und bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich mit Barrierefreiheit auseinanderzusetzen?

Eckhard Sedlmayer:
Für das Thema Barrierefreiheit mussten Entscheidungsträger in Verwaltung und Hochschulleitung oft erst sensibilisiert werden. Die Notwendigkeit, dem Thema Barrierefreiheit einen entsprechend hohen Stellenwert einzuräumen, war nicht immer einfach zu vermitteln. Gesetzliche Vorgaben sind, wie gesagt, sicher nicht der alleinige Anreiz hierfür – aber sie sind im Zweifelsfalle in der Argumentation durchaus hilfreich …

BIK@work:
Redakteurinnen und Redakteure wurden geschult - wie hilfreich waren die Hinweise und Unterstützung durch die BIK@work-Workshops? Wie hilfreich ist die Zusammenarbeit mit der PSG, die Kooperationspartnerin von BIK@work ist?

Eckhard Sedlmayer:
Gerade von der Unterstützung durch BIK@work und die PSG haben wir bei der Verbesserung der Barrierefreiheit unserer webbasierten Angebote stark profitiert. Die Beratungsangebote und Workshops waren Ausgangspunkt für die sukzessive Überarbeitung unserer Intranetangebote, erste Erfolge sind bereits sichtbar.

Die Erkenntnisse, die wir aus der Zusammenarbeit gewinnen, fließen aber auch in unsere eigenen Schulungsangebote für Redakteurinnen und Redakteure an der LMU ein, gerade hier profitieren wir auch langfristig und nachhaltig von der Unterstützung durch BIK@work.

BIK@work:
Seit fast zwei Jahren arbeitet die Abteilung Internetdienste in der zentralen Universitätsverwaltung an der Gestaltung des barrierefreien Intranets. Wie ist der Stand?

Eckhard Sedlmayer:
Die Überarbeitung der Intranetangebote der LMU ist derzeit noch „work in progress“; gerade die Vielzahl verschiedener Angebote und Systeme bedeutet, dass hier noch viel Arbeit vor uns liegt.

Dieses Jahr ging als erster Schritt der Schulungsauftritt des Referats VI.5 (Internetdienste) online, der sich mit Online-Dokumentationen und -Workshops speziell an unsere Webredakteurinnen und -redakteure richtet. Mit dem Relaunch ist dieser Auftritt nicht nur selbst mit großem Augenmerk auf barrierefreien Zugang gestaltet, er bietet auch Informationen zur Barrierefreiheit speziell für alle, die sich an der LMU mit Intra- und Internetangeboten beschäftigen.

BIK@work:
Wo liegen die Probleme?

Eckhard Sedlmayer:
Ein großes Problem ist die Menge an Informationen und die große Zahl beteiligter Einrichtungen, so dass eine Verbesserung der Barrierefreiheit innerhalb der Intranetangebote der LMU ein langwieriger Prozess ist. Umso wichtiger ist es, dass Barrierefreiheit gerade bei Verantwortlichen und Entscheidern verinnerlicht und gelebt wird und bei allen Web- und Intranetprojekten als wichtiger Bestandteil präsent ist.

BIK@work:
Das Intranet soll der internen Kommunikation in der Verwaltung dienen. Blinde und sehbehinderte Beschäftigte scheitern immer wieder an nicht-barrierefreien PDF-Dokumenten. Haben Sie das Problem berücksichtigt?

Eckhard Sedlmayer:
Die Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten ist bei uns noch ein wichtiges Thema, das wir bei der Überarbeitung unserer zentralen Ablagesysteme, aber auch bei unseren Schulungs- und Informationsangeboten zukünftig deutlich stärker berücksichtigen müssen.

Das Interview führte BIK@work-Redakteurin Sigrid Meißner.