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Leuchtturm

Die Stadt Köln – ein Leuchtturm
Hartnäckigkeit und Ausdauer sind gefragt

Die Stadt Köln war schon gut vorbereitet auf die Integration behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als sie vor zwei Jahren mit BIK@work einen Vertrag unterzeichnete. Mit dem Ziel, die berufliche Integration von behinderten Beschäftigten zu fördern, war bereits im Jahr 2002 eine Integrationsvereinbarung nach dem SGB IX zwischen Stadtverwaltung, Gesamtpersonalrat und der Gesamtvertrauensperson der schwerbehinderten Menschen abgeschlossen worden. Sechs Jahre später begann die Stadt mit der barrierefreien Gestaltung ihres Intranets und schloss Anfang März 2009 mit BIK@work einen Kooperationsvertrag zur Beratung und Unterstützung ab.

Rathaus Köln

Rathaus Köln, Quelle:
www.stadt-koeln.de

"Eigentlich dachten wir, Personalrat und Schwerbehindertenvertretung könnten mit ihrem Dienstherrn eine betriebliche Vereinbarung zur Einführung barrierefreier Informationstechnik aushandeln. Aber vieles sprach dagegen, dieses Fass aufzumachen", sagt rückblickend BIK@work-Projektleiter Karsten Warnke. "So entstand erstmals die Idee, eine Art Zielvereinbarung zwischen dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband als Träger des Projektes BIK@work und der Stadt Köln abzuschließen, in dem beide Partner die Zusammenarbeit konkret regeln. Dazu gehörte auch ein Zeitplan für die Bereitstellung von bedarfsgerechten BIK@work-Dienstleistungen, wie z. B. Tests, Entwicklerworkshops und Schulungen für Onlineredaktionen."

"Sensibilisierungs-Workshops, wie wir sie in der Regel zunächst anbieten, waren in Köln nicht mehr nötig", stellt BIK-Berater Detlef Girke anerkennend fest. Auch andere Workshops hatten bereits stattgefunden, denn eine Zusammenarbeit  zwischen BIK@work und der Stadt Köln hatte schon früher, im Jahr 2005, begonnen. Den Kontakt hatte Stephan Kramer aus dem Amt für Informationsverarbeitung hergestellt, der mit der barrierefreien Intranetgestaltung beauftragt worden war. "Die Aktivitäten zur Barrierefreiheit wurden aufgrund der gesetzlichen Notwendigkeit bereits seit Dezember 2004 aufgenommen", erklärt Kramer im Gespräch mit BIK@work. 

Die gesetzliche Notwendigkeit, die Informationstechnik in Arbeitsstätten barrierefrei zu gestalten, ergibt sich für die öffentlichen Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen nicht nur aus dem SGB IX, sondern auch aus der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach der "Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung Nordrhein-Westfalen". Dort heißt es nämlich im § 1: "Diese Verordnung gilt für Internet- und Intranetangebote". Der Geltungsbereich der Verordnung erstreckt sich gemäß dem Behindertengleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalens § 1 Abs. 2 auch auf die Dienststellen und Einrichtungen der Gemeinden. Die Initiatoren der BITV-NRW hatten bewusst die barrierefreie Gestaltung des innerbetrieblichen Intranets gemeint, weil sie über die Verpflichtung des Dienstherrn aus dem SGB IX unabhängig vom Vorhandensein von schwerbehinderten Beschäftigten in einer Dienststelle hinaus die Barrierefreiheit des innerbetrieblichen Intranets sicherstellen wollten.

Für den Übergang vom alten zum neuen Intranet war in der Kölner Stadtverwaltung zunächst eine alternative Textversion für das Intranet entwickelt worden, die es blinden und sehbehinderten Beschäftigten ermöglichte, die Informationen mit ihren speziellen Computerhilfsmitteln abzurufen. Das BIK@Projekt – so Kramer – habe von Anfang an sehr vielfältige und hilfreiche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten angeboten. Er betont: "Gerade beim Einstieg in die Barrierefreiheit spielt das Thema Sensibilisierung eine große Rolle." Und von der Barrierefreiheit der Intranetseiten würden schließlich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren. Die Stadt Köln hat außer dieser Umstellung noch viel mehr unternommen: "Intern programmierte Webanwendungen werden mittels BITV-Selbstbewertungstest geprüft und entsprechende Anpassungen im Anschluss vorgenommen. In das Ausschreibungsverfahren wurden die Anforderungen zur Barrierefreiheit integriert. Das hausinterne Schulungszentrum bietet Kurse zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente an. Formulare werden barrierefrei erstellt", berichtet Kramer. An diesen Erfolgen müsse kontinuierlich weitergearbeitet werden, betont er. Auch in den Jahren 2009 und 2010 hat BIK@work qualitätssichernde Tests durchgeführt und Berater Detlef Girke möchte in diesem Jahr – zwei Jahre nach Unterzeichnung des Kooperationsvertrages – einen abschließenden Test des Intranets durchführen. Stephan Kramer hat seine Aufgabe inzwischen an einen Kollegen übergeben. Die Frage, ob sich sein Engagement gelohnt habe, beantwortete er mit einem klaren "Ja". Und welche Empfehlungen kann er aufgrund seiner Erfahrungen mit Blick auf die barrierefreie Gestaltung des Intranets anderen Stadtverwaltungen geben? Seine Antwort: "Little strokes fell big oaks!" Auf Deutsch: Auch kleine Schläge fällen dicke Eichen oder anders gesagt: Hartnäckigkeit und Ausdauer sind notwendig.

PDF-Version "Die Stadt Köln – ein Leuchtturm" (13kb)

Autorin: Sigrid Meißner