Die Idee: Mehr Service für Bürgerinnen und Bürger. Das Projekt: D115. Unter der bundesweit einheitlichen und kostenpflichtigen Telefonnummer 115 sollen Beschäftigte von Servicecentern Anfragen möglichst umfassend beantworten, durch Zuständigkeiten von Ämtern und Behörden führen, eventuell erforderliche Anträge per E-Mail verschicken. Im März 2009 startete das über zwei Jahre angelegte Pilotprojekt in einigen Modellregionen, denen sich nach und nach weitere Regionen angeschlossen haben und noch anschließen werden. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird viel abverlangt. Den Hörer am Ohr, im Kontakt mit den Kunden müssen sie schnell und kompetent den Weg zu den verlangten Informationen finden. Die bisherigen Telefonzentralen in den Behörden sollen dadurch überflüssig werden. Diese Telefonzentralen waren traditionelle Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie sind speziell ausgebildet und mit Hilfsmitteln ausgestattet.
Es stellt sich nun die Frage: Können sie auch in den neuen Servicecentern mit ihren nichtbehinderten Kolleginnen und Kollegen mithalten? Ist die Informationstechnik auf einem Stand, der ihnen Barrierefreiheit garantiert, mit der sie am Arbeitsleben im Sinne der Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen (UN) teilhaben können? Die BRK fordert "Inklusion", d.h. die Anpassung der Strukturen an die individuellen Bedürfnisse behinderter Menschen, statt der Anpassung der behinderten Menschen an die vorhandenen Strukturen. Die Informationstechnik ist barrierefrei, wenn sie für behinderte Menschen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar ist (Behindertengleichstellungsgestz § 4).
BIK@work hat sich im telefonischen HamburgService umgesehen und gut ausgestattete und barrierefreie Arbeitsplätze vorgefunden.
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