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Aktuelle Meldung

BIK Workshops
Mit BOB und BIK für barrierefreie Informationstechnik am Arbeitsplatz

BIK bietet Arbeitgeberbeauftragten, Betriebs- und Personalräten und Schwerbehindertenvertretungen Workshops an. Im März 2009 fand in Baden-Baden ein zweitägiger Informationstag rund um rechtliche Grundlagen für ein barrierefreies Intranet statt.

Der Workshop fand in Kooperation mit "Bildung ohne Barrieren" (BOB) statt. BIK-Projektkoordinator Karsten Warnke und seine Mitarbeiter Herbert Rüb und Carsten Kaul informierten die Teilnehmer, beantworteten Fragen und gaben Tipps zur Umsetzung in den Betrieben.

Einer der 21 Teilnehmer war der blinde Rundfunk-Redakteur Peter Beck, Personalrat und Schwerbehindertenvertreter des SWR in Stuttgart. Im Folgenden berichtet er von seinen Eindrücken:

„In vielen Betrieben ist das Intranet heute unverzichtbar. Nicht nur, um Informationen der Geschäftsleitung dienststellenübergreifend an die Beschäftigten zu verteilen, sondern auch, um die Diskussion der Mitarbeiter untereinander zu bündeln. Zudem gibt es immer mehr Anwendungen, die auf der Plattform Intranet aufsetzen. Während die Teilnehmer ihre Intranet-Erfahrungen in ihren Betrieben vorstellten, wurde deutlich, dass es in Sachen Barrierefreiheit noch viel nachzuholen gibt.

Die Probleme sind vielfältig: Schlechte Zugänglichkeit von Intranet-Redaktionssystemen ("CMS" - Content Management System), unbedienbare Anwendungen, z. B. für das so genannte E-Learning oder ebenso banale wie private Dinge wie die Zeiterfassung. Schwierigkeiten bereiten auch PDF-Dokumente, die oft nur als Scan oder ohne Tags – und damit für Screenreader schwer zugänglich – hinterlegt sind. „Ich bin drin“, ist häufig die letzte Vollzugsmeldung, die ein blinder Anwender geben kann, nachdem er sich mit Personalnummer und Passwort angemeldet hat. Danach geht, zumindest für ihn, meist der Schirm aus.

Breiten Raum nahmen während des Workshops die rechtlichen Möglichkeiten ein, ein barrierefreies Intranet durchzusetzen. Wirklich „starke“ Paragraphen lassen sich aber leider nicht finden. Am ehesten helfen das Sozialgesetzbuch IX, das Arbeitsschutzgesetz mit seinen Verordnungen und die technische Umsetzung der barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) weiter.

In der Praxis sieht es freilich oft anders aus. Statt Paragraphen ins Feld zu führen, ist es jedoch besser, seinen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass das für ein barrierefreies Intranet eingesetzte Geld nicht nur den schwerbehinderten Mitarbeitern zugute kommt, die so ihre volle Arbeitskraft entfalten können, sondern letztlich allen.

Es ist sinnvoll, eine entsprechende Dienstvereinbarung abzuschließen oder die Barrierefreiheit von Intranet und dort hinterlegten Dokumenten in die Integrationsvereinbarung aufzunehmen. An dieser Stelle sind Personal- und Betriebsräte sowie die Schwerbehindertenvertreter gefordert.

Einig waren sich die Teilnehmer des Seminars, dass das Thema mit BIK eine Fortsetzung finden muss.“


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