Das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) hat am 2. Juli 2009 in Berlin seine Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung hat vor allem die Aufgabe, die umfassende Barrierefreiheit voranzubringen und die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes zu forcieren.
Das BKB wird zunächst vor allem Zielvereinbarungsverhandlungen zwischen den Behindertenverbänden und der Wirtschaft einleiten und zum Abschluss bringen. Das BKB ist hierbei Ansprechpartner und berät Verbände und Unternehmen, die Zielvereinbarungen zur Herstellung von Barrierefreiheit abschließen wollen.
Zielvereinbarungen über die Herstellung von Barrierefreiheit können nach Paragraph 5 des Behindertengleichstellungsgesetzes von Behindertenverbänden mit Unternehmen beziehungsweise Unternehmensverbänden abgeschlossen werden. In einigen Bereichen sind bereits erste Ansätze zu mehr Barrierefreiheit zu verzeichnen, wie zum Beispiel im Bahn- und Flugverkehr und im Internet. Auch in anderen Bereichen besteht nach wie vor großer Handlungsbedarf, zum Beispiel beim Ausbau des barrierefreien Tourismus, bei der Barrierefreiheit von medizinischen Einrichtungen und bei Schulbüchern für Kinder mit Behinderungen. Barrierefreiheit ist hierbei in einem umfassenden Sinn zu verstehen, nicht nur als Beseitigung von baulichen Hürden, sondern auch von Hürden bei der Kommunikation und der Nutzbarkeit von Produkten und Dienstleistungen.
Bei der Eröffnung des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit in Anwesenheit des Bundesministers für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz, der Bundesbehindertenbeauftragten Karin Evers-Meyer und zahlreicher Vertreter von Behindertenverbänden und der Wirtschaft stellte der BKB-Vorstandsvorsitzende Andreas Bethke am 2. Juli in Berlin die Ziele der Einrichtung vor.
Träger des Bundeskompentenzzentrums Barrierefreiheit sind vierzehn Verbände behinderter Menschen, darunter der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Sozialverband Deutschland (SoVD), der Sozialverband VdK Deutschland, die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG Selbsthilfe), die Bundesvereinigung Lebenshilfe, die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL), der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte (BVKM), der Allgemeine Behindertenverband Deutschland (ABiD) sowie die Organisation people first.
Das BKB wird fachlich unter anderem durch das Projekt BIK unterstützt. „Wir sind stolz darauf, dazu beitragen zu können, dass in Zukunft bei Zielvereinbarungen mit privaten Internetanbietern unser Expertenwissen herangezogen wird“, sagt BIK-Projektkoordinator Karsten Warnke. Bereits bei der barrierefreien Gestaltung des Internetautritts der Firma Pfizer GmbH Deutschland, die 2005 eine Zielvereinbarung abgeschlossen haben, war BIK mit begleitenden und abschließendem BITV-Test dabei.
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