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Aktuelle Meldung

BITV 2.0
Schritt für Schritt zur neuen BITV 2

Die neue Version der internationalen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 („Web Content Accessibility Guidelines“, kurz WCAG 2.0) wurden im Dezember 2008 veröffentlicht. Bereits 2007 hatte sich im Bundesministerium für Arbeit eine Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der BITV gebildet. Die Arbeit an der neuen Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung, der so genannten BITV 2, erfolgt im engen Dialog mit Experten aus den Projekten BIK (barrierefrei informieren und kommunizieren), AbI (Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik) und WAI (Web Accessibility Initiative).

Als ein erster und wichtiger Schritt wurde in Abstimmung u. a. mit den Interessenverbänden der schwerhörigen und gehörlosen Menschen, GEMEINSAM LEBEN LERNEN, der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland, Lernen fördern – Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Lernbehinderungen, Lebenshilfe Bremen und Büro Leichte über die bessere Einbeziehung der Interessen von Menschen diskutiert, die auf Gebärdensprachvideos und leichte Sprache im Internet angewiesen sind. Außerdem fand vor kurzem die erforderliche Abstimmung mit den Bundes-Ressorts aus Kanzler-, Presse- und Verwaltungsamt statt. Die Vertreter der Ressorts hatten viele fachliche Fragen. Ihre Anregungen werden zurzeit in den neuen BITV-Entwurf eingearbeitet.

Im Sozialministerium hofft man, dass BITV 2 noch in diesem Jahr erlassen werden kann. Zuvor müssen die Verbände behinderter Menschen, darunter auch die BIK-Projektpartner DBSV und DVBS, in Anhörungen noch ihre Stellungnahme zum Entwurf abgeben. Auch die Konsultation der EU-Kommission und der EU-Mitgliedstaaten stehen noch aus.

Am 3. April 2009 lud die BIK-Projektgruppe betroffene blinde und sehbehinderte Experten ein, um ihnen WCAG 2.0 vorzustellen. Unter den Teilnehmern war Jan Hellbusch, Mitglied im gemeinsamen Fachausschuss für Informationstechnik (Fit) der deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbände. Die neue Version der internationalen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte ist nach Hellbusch „sehr umfangreich“. Die Erfolgskriterien seien sehr deutlich und formulierten gleichzeitig technikunabhängige Anforderungen an Webinhalte. Interessant seien insbesondere hunderte von Beispielen für Barrierefreiheit, die jederzeit um weitere Techniken ergänzt werden könnten. „Die Richtlinien erlauben dadurch eine flexible Anpassung der Anforderungen über Jahre hinweg“, sagt Hellbusch.  

Eine besondere Herausforderung auf dem Weg zur Umsetzung der WCAG 2.0 ist aus Sicht des BIK-Projektkoordinators Karsten Warnke „das Zusammenspiel von Anforderungen an Nutzerfreundlichkeit, der Barrierefreiheit und an Computerhilfsmitteln wie Screenreadern und Vergrößerungsprogrammen“. Warnke, der selbst sehbehindert ist, weiß aus eigener Erfahrung: Sind Webseiten nutzerunfreundlich, können sie weitgehend barrierefrei sein. „Blinde und sehbehinderte Websurfer sind hiervon aber schwerer betroffen als nichtbehinderte, weil für sie zum Beispiel das Navigieren auf einer Seite viel aufwendiger wird.“


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